Berufsstart mit Auszeichnung

Bühnenplastiker Mircea Caragea über Herausforderungen in seinem Beruf und seinen kürzlich gewonnenen Baden-Baden Award

Bühnenplastiker Mircea Caragea mit seiner Skulptur, ein Bogenschütze.
(c) Candy Szengel

 

Seit September ist Mircea Caragea als Bühnenplastiker am Mecklenburgischen Staatstheater engagiert. Für die Abschlussarbeit seines dualen Studiums wurde er kürzlich mit dem Baden-Baden Award 2021 ausgezeichnet. FSJler Anton Fischer traf ihn zum Gespräch.

Anton Fischer: Mircea, seit kurzem bist Du bei uns am Haus als Bühnenplastiker angestellt. Was genau sind die Aufgaben eines Bühnenplastikers?

 

Mircea Caragea: Ich setze die Idee der Bühnenbildner:innen um und mache aus einem kleinen Modell ein großes, kulissentaugliches Objekt. Ich habe deswegen mit sehr vielen verschiedenen Materialien zu tun. Gerade im dreidimensionalen Bereich arbeite ich sehr viel. Häufig handelt es sich dabei um Skulpturen, Figuren oder Materialimitationen wie Gestein, Bronze und so weiter.

 

AF: Welche besonderen Herausforderungen hat der Beruf?

 

MC: Häufig arbeitet man mit Bühnenbildner:innen zusammen, die eine ganz besondere Vorstellung haben. Dann ist es meine Aufgabe zu schauen, wie man den Wunsch realisieren kann mit dem Budget, welches mir dafür zur Verfügung steht. Dafür muss man wirklich kreativ sein in diesem Beruf!

 

AF: Für eine deiner Skulpturen hast Du vor Kurzem einen Preis gewonnen. Was für ein Preis war das?

 

MC: Beim Baden-Baden Award 2021 habe ich den 1. Platz der Bühnenmaler:innen und Bühnenplastiker:innen belegt. Die IHK in Karlsruhe hat diesen Wettbewerb 2006 ins Leben gerufen. Sie ehren damit die Abschlusswerke der Absolvent:innen und stellen somit auch die Menschen, die normalerweise hinter der Bühne arbeiten, in den Vordergrund.

 

AF: Was hast du kreiert und welche Bedeutung hat dieses Werk für dich?

 

MC: Ich habe die Skulptur eines Bogenschützens erstellt. Es gibt einen Bildhauer, Ernst Moritz Geyger, der diesen Bogenschützen 1902 bereits skulptiert hat. Nachgüsse der Skulptur stehen in Dresden, Hannover und Ludwigshafen und das Original in Potsdam. Mir gefiel die Idee vom Bogenschützen, weil es eine schöne Allegorie für Zielstrebigkeit ist. Dazu ist die Optik einfach wunderschön, da die Figur eine Allansichtigkeit hat und Spannung vermittelt.

Die Skulptur habe ich aus Styropor geschnitzt. Dann habe ich in die Mitte der Skulptur eine Armierung, also eine Verstärkung des Materials, eingearbeitet – aus Rundstahl. Die Form habe ich dann mit Schleiernessel –  einem leichten Baumwollgewebe – kaschiert und nochmal mit einer Spachtelmasse beschichtet, damit sie weiter gefestigt wird. Anschließend wurde die Figur mit einer Bronzeimitation bemalt, um ihr diesen besonderen Look zu geben. Für die Skulptur habe ich insgesamt ungefähr 20 Arbeitstage gebraucht.

Die Skulptur eines Bogenschützen, für die Mircea Caragea ausgezeichnet wurde
(c) Candy Szengel

AF: Nun bist Du seit September Teil des Mecklenburgischen Staatstheaters. Was macht dir hier am meisten Spaß?

 

MC: Mir macht es am meisten Spaß, dass ich hier mit vielen verschiedenen Materialien arbeiten kann. Es wird wirklich nie langweilig, weil es immer etwas zu erledigen gibt. Ich bin in einem wirklich tollen Team, welches einen immer sehr gut unterstützt und unter die Arme greift, sollte mal Not am Mann sein.

 

AF: Du hast gesagt, dass die Einarbeitung hier sehr gut verlief. Wer hat dich dort besonders unterstützt?

 

MC: Ute Rohrbeck, die Malsaalleiterin, will ich auf jeden Fall hervorheben. Sie stand immer neben mir und hat mir alles gezeigt. Sie hat mir die Kollegen vorgestellt. Sie klärt mich darüber auf, wann die Inszenierungen vorbereitet werden müssen. Wichtig ist aber auch, dass sie mir viel Freiraum lässt, damit ich meine eigenen Entscheidungen treffen kann. Diese Kombination gefällt mir.

 

AF: Woran arbeitest du gerade? Was sind deine aktuellen Projekte?

 

MC: Derzeit arbeite ich an zwei Inszenierungen parallel. Für das erste Stück Leuchte, mein Stern, leuchte, welches im April Premiere hat, schnitze ich viele Äpfel in verschiedene Größen. Da muss ich die Oberfläche besonders bearbeiten, damit sie verdorben und angebrannt wirken. Zusätzlich, für das gleiche Stück, gestalte ich noch einen Apfelbaum, der aus Beton wächst. Für das zweite Stück Solo Sunny, das seine Premiere im Februar hat, mache ich einen riesigen Fensterrahmen, der sehr leicht sein soll, damit er in der Luft schweben kann.

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